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Grafrath

Geschichtliches



Unteralting

Der Ortsteil Unteralting geht zurück auf die Bajuwarensiedlung Alamuntinga (Alting). Ihre Anfänge lagen wohl ursprünglich auf der nördlichen Seite der Amper im Bereich der im Jahr 804 in einer Freisinger Traditionsurkunde zum ersten Mal erwähnten Marienkirche zu Höfen, die heute noch die Pfarrkirche von Unteralting ist. In Zusammenhang mit der Klostergründung des Grafen Rath/Rasso dürfte das Dorf Alting auf die Südseite der Amper verlegt worden sein. Damit lag es auf dem Gebiet der späteren Grafschaft Andechs und auch nicht mehr im Bereich des Bistums Freising, sondern des Bistums Augsburg. Deshalb baute Graf Rath oder die späteren Grafen von Andechs für das Dorf eine eigene Kirche, die sie ihrem besonderen Patron St.Mauritius widmeten. Nach dem Untergang der Andechser fiel der Ort mit der St.Mauritiuskirche an die Herren von Seefeld. Staatlich war Unteralting ab dieser Zeit mit den anderen Dörfern der Herrschaft Seefeld dem Landgericht Pähl/Weilheim zugeordnet, ab 1803 dem Landgericht Starnberg, dem es nach Auflösung der Adelsherrschaften 1848 ganz eingegliedert wurde. 1862 jedoch kam Unteralting zum neu errichteten Bezirksamt Bruck. Kirchlich wurde Unteralting schon im Jahr 1477 wieder in das Bistum Freising gezogen und die Marienkirche in Höfen als Pfarrkirche bestimmt (in den Bistumsurkunden bezeichnet als "Pfarrei der seligen Jungfrau Maria zu Höfen, auch Kottalting genannt"). Da die St.Mauritiuskirche Eigen- bzw. Patronatskirche der Herren von Seefeld war, blieb sie als solche erhalten. Nach Auflösung der Herrschaft Seefeld wurde sie vom Erzbistum München und Freising als Filialkirche der Pfarrei Höfen/Unteralting übernommen.

Mauern



Das Dorf Mauern mit der kleinen St. Georgskirche liegt etwa zwei Kilometer südöstlich von Unteralting. Es gehörte wie Unteralting zur Herrschaft Seefeld. Hauptsächlicher Grundherr war bis zur Säkularisation das Kloster Fürstenfeld, dem auch die Kapelle direkt unterstand. Nach der Säkularisation kauften die Bürger von Mauern die Kapelle dem Staat ab, so dass sie heute im Besitz der Nachfolgegemeinde Grafrath ist. Bei der Gemeindebildung 1818 wurde Mauern als Weiler der Gemeinde Unteralting zugeordnet. Die Ähnlichkeit des Ortsnamens (älteste Form "Muron") mit dem lateinischen "muri" hat zur Vermutung Anlass gegeben, es handle sich um eine Römersiedlung. Dafür gibt es zwar keine archäologischen Befunde, auf Grund der Lage zwischen den Römerorten Schöngeising und Walchstadt ist dies aber nicht auszuschließen. Die gelegentlich vertretene Ableitung des Ortsnamens von "Moor" ist von der Lage und von der Sprachgeschichte her unwahrscheinlich.

Grafrath

Bevor sich 1972 die Gemeinden Wildenroth und Unteralting unter dem Namen "Grafrath" zusammenschlossen , trug nur die Örtlichkeit um die Kirche mit dem Grab des als heilig verehrten Grafen Rath den Namen "St.Grafrath" (erste urkundliche Bezeugung dieses Ortsnamens in einer Seefelder Güterbeschreibung von 1393). Ursprünglich hieß die Örtlichkeit Wörth, da es sich bei diesem Bereich zur Zeit der ersten Besiedlung wohl noch um eine wirkliche Insel zwischen zwei Flussarmen der Amper handelte. Hier errichtete ein Graf (Comes) Rath, später Rasso genannt, der in der Karolingerzeit im Ammersee-Ampergebiet königlicher Amtsträger war, ein Kloster und eine Kirche, die er als Grablege für sich bestimmte. Als die Andechser Grafen das Kloster nach Dießen verlegten, ließen sie Wörth/Grafrath 1132 von Papst Innozenz II. dem neuen Kloster einverleiben. Zu ihm gehörte es, bis es in der Säkularisation an den Staat fiel. Als nach Auflösung der Herrschaft Seefeld auch das benachbarte Unteralting ganz der staatlichen Verwaltung unterstellt wurde, kam der ehemalige Bereich des Wörth als Weiler "Grafrath" (ohne das vorangestellte "St.") zu Unteralting. Wegen der Bekanntheit der Wallfahrtskirche nahm die aus den Dörfern Wildenroth und Unteralting neu gebildete Gemeinde den Namen des vormaligen Weilers an. Die namengebende Kirche wird aber immer am Rande der Gemeinde liegen, da die von Graf Rath auf die damalige Insel erbaute Kirche, immer noch auf einer Art Landzunge im Ampermoos liegt.Es ist bekannt, dass Moore bereits in vorchristlicher Zeit häufig "kultische Orte" waren, so dass sich vielleicht von daher die Wahl des Ortes für die Klostergründung durch Graf Rath und die Entstehung der früher weit bekannten Wallfahrt nach Grafrath erklärt.

Wildenroth

Die Amper bildete im Mittelalter die Grenze zwischen dem Herrschaftsbereich der Andechser südlich des Flusses und dem der Wittelsbacher nördlich des Flusses. Die Andechser beherrschten den Übergang über die Amper vor dem Amperdurchbruch beim heutigen Ampersteg (Die Amperbrücke bei der St. Rassokirche, über die heute die Bundesstraße 471 führt, wurde erst 1893 gebaut). In Konkurrenz zu den Andechsern "rodeten" die Wittelsbacher Anfang des 13. Jahrhunderts etwas flussabwärts die bis dahin bestehende "Wildnis" und errichteten einen eigenen Amperübergang. Zum Schutz des Übergangs ließen sie auf der Anhöhe eine stattliche, durch Wälle und Gräben gesicherte Burg erbauen, deren Reste heute noch als Burgstall Wildenroth sichtbar sind. Zum ersten Mal bezeichnet sich 1260 ein Ministeriale des Bayernherzogs in einer Benediktbeuerner Urkunde nach diesem Ort als Konrad von Wildenroth. Da nach dem Ende der Andechser auch das Gebiet südlich der Amper an die Wittelsbacher fiel, hatte die Burg keine strategische Bedeutung mehr. So schenkte Herzog Ludwig IV., der spätere Kaiser Ludwig der Bayer, im Jahr 1322 die Burg und die inzwischen im Tal entstandene Siedlung Wildenroth dem Kloster Fürstenfeld. Die Burg wurde geschleift, nur die Nikolauskapelle ließ man stehen, weshalb die Anhöhe die Bezeichnung Kapplberg erhielt. Die Überreste der verfallenen Kapelle wurden 1778 ins Tal befördert und mit ihnen in der Dorfmitte von Wildenroth auf der Amperinsel eine neue Nikolauskapelle errichtet.

Höfen

Der Ortsteil Höfen mit der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und dem Friedhof von Grafrath liegt auf halber Höhe am nördlichen Hochufer der Amper. Die Anhöhe ist Teil des Moränenwalls, den der Ammerseegletscher während der letzten Eiszeit durch Geröll und Geschiebelehm im ganzen Gemeindegebiet von Grafrath aufgehäuft hat. Höfen markiert den Punkt, wo das Schmelzwasser des Ammerseegletschers den Moränenwall durchbrach und sich im Lauf der Zeit immer weiter eintiefte. So entstand ein enges Durchbruchtal (Ampertal/Amperschlucht), das unterhalb von Höfen beginnt. Im Bereich von Höfen entstand wohl gleichzeitig mit der Bajuwarensiedlung Geisering (Kysalheringa) die Siedlung Alting (Alamuntinga). In Zusammenhang mit der Christianisierung wurde in Höfen eine gemeinsame Kirche für Alting und Geisering erbaut. Nach Verlegung des Ortes Alting auf die Südseite der Amper, verödete der Ort, übrig blieb allein die Kirche. Auch als sie 1477 wieder Pfarrkirche von Unteralting und von Kottgeisering (bis 1867) wurde, stand sie bis in die Neuzeit einsam an diesem Ort. Erst kurz vor 1900 begann mit der Villa "Amperschlösschen" wieder die Wohnbebauung von Höfen.

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